Freitag, 18. Januar 2019

18.01.2019 - Einschränken

Christliches Abendland? Müll.
 

Geistiger Müll muss beseitigt werden, wenn vom "christlichen" oder gar "christlich-jüdischen Abendland" gesprochen wird. Beides ist mehr Fiktion als Fakt, und außerdem gehört die eher zeit- als allgemeinhistorische Bezeichnung "christlich-jüdisch" zum vornehmlich deutschen Wiedergutmachungsvokabular. (...)
 

Bis 1492 gehörte der Islam zu Südwest-Europa. Zu Südosteuropa gehört er seit dem 14. Jahrhundert, wenngleich noch nicht zu Deutschland (um einen bekannten Hobby-Historiker, der zeitweilig Bundespräsident war, zu zitieren).
 

Betrachten wir die christliche Gegenoffensive etwas genauer. Sie begann als "Reconquista" Iberiens Mitte des 8. Jahrhunderts. Die Rolandsage um Karl den Großen ist ein frühes Zeugnis jener Epoche. "Muslime Raus!" Das war ihre Botschaft. Das mittelalterliche Gegenstück zum neuzeitlichen "Juden raus!" folgte im kirchlich-christlichen, weniger christlich-barmherzig-milden und kaum jesuanischen Zeitalter der Kreuzzüge von 1096 an.
 

Am Rhein wurden Juden regelrecht abgeschlachtet. Man lese Heines "Rabbi von Bacherach". Wir lernen: "Juden raus!" und "Muslime raus!" sind keine zeithistorische Erfindung. Das kirchlich-christlich-abendländische Sündenregister ist lang. 

Eine fundamentale Einschränkung sei hervorgehoben: Christentum und Kirche sind nicht immer gleichzusetzen. So wenig wie Aufklärung und Toleranz. Der große Aufklärer Voltaire schwelgte ganz und gar unaufgeklärt in antijüdischer und antimuslimischer Polemik. (Süddeutsche)

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