Samstag, 19. Januar 2019

19.01.2019 - Hasen

Hasenmahl der Mafia?
 

Das Heilbronner Hasenmahl findet alljährlich an einem Freitagabend im Januar statt. Oberbürgermeister und Gemeinderat laden in den Ratskeller ein; im Mittelpunkt der Veranstaltung steht ein Hasenmahlredner, die launig-kritisch das Stadtgeschehen Revue passieren lassen. Wer diese Rede halten darf, das ist ein Geheimnis des Regierenden Oberbürgermeisters. 

Die erste schriftliche Erwähnung des Hasenmahls in Heilbronn stammt aus dem Jahr 1493. Weitere Nennungen sind z.B. aus den Jahren 1531, 1534 und 1543 bekannt. Bis 1624 fand das Hasenmahl jährlich und zwar meist am Neujahrstag statt. 

Dem Hasenmahl soll in der Regel eine Jagd der Ratsherren und Bürgermeister vorausgehen.
 

Ab 1596 ist von der Neujahrsmahlzeit im Zusammenhang mit der jährlichen Ämterbesetzung und dem gegenseitigen Treuegelöbnis zwischen Obrigkeit und Untertanen die Rede.
 

Die Veranstalter waren die Bürgermeister und der Rat, Gäste waren Kleriker, Schulmeister, Ärzte, Mühlmeister, Jäger, verdiente Bürger und Persönlichkeiten aus der näheren Umgebung – aber keine Katholiken und Juden.
 

Bis 1828/1830 waren Juden als Bewohner in der Stadt nicht gelitten, so der Befehl des evangelischen Rats.
 

Diese Schande und diese Sünde der evangelischen Kirche und evangelischer Rat in Heilbronn verschwieg 2019-Hasenmahl-Redner, Dekan a. D. Otto Friedrich, sorgfältig - wie die Evangelische Kirche nahezu immer.
 

Im 19. Jahrhundert wird das Hasenmahl dann nicht mehr erwähnt, so dass anzunehmen ist, dass mit dem Ende der Reichstadtzeit auch die Tradition des Hasenmahls ein Ende hatte.
 

1956 wurde von Oberbürgermeister Paul Meyle das Hasenmahl zu Jahresbeginn wieder eingeführt, „um Freund und Feind an einen Tisch zu setzen“. In den ersten Jahren waren auch Vorträge oder humoristische Abhandlungen auf der Tagesordnung.
 

Heute ist in Heilbronner Rathaus von Humor keine Spur zu finden – Redner, so heißt es in ironischen und sarkastischen Bemerkungen in der Stadt zu hören, kommen fast alle aus der sogenannten Gaffenberg-Mafia des evangelischen OB - und haben kaum Humor (selbst sein Sondergast, seine Berufsschul-Schülerin Sibel Kekilli*. Oder - wenn sie kräftige Unterstützer bei seiner OB-Wahl waren.

* Sibel Kekilli war am 16. Juni 1980 in Heilbronn geboren, Lehre bei der Stadt Heilbronn, Schülerin beim Berufsschullehrer Harry Mergel, dann begnadete/hochbegabte Pornofilme- und Tatort-Schauspielerin.

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