Multiethnisch
Eine weitere Folgewirkung der Erinnerungskultur ist die um sich greifende Selbstwahrnehmung, dass das neue Deutschland multiethnisch zu sein hat. Faktisch war das schon seit der Zuwanderung der Gastarbeiter so, aber diese wurden eben weniger als Deutsche und mehr als Gäste angesehen. Da Migranten nun aber Mitbürger sind, muss auch von ihnen verlangt werden, die Erinnerungskultur zu praktizieren. Das heisst nicht nur, dass sie diese passiv durch blosse Anwesenheit bestätigen, indem sie das Bild eines bunten Deutschland vervollständigen. Sie müssen sich auch, und dies ist nicht immer einfach, aktiv an der Erinnerungskulturpflege beteiligen.
Wie soll sich indes ein eingewanderter 15-jähriger gebürtiger Syrer oder eine 50-jährige gebürtige Polin mit dem Bekenntnis zur Täterschaft am Holocaust identifizieren? Darin besteht eine paradoxe Herausforderung für die Erinnerungskultur: Infolge der mit ihr begründeten Migration wandern immer mehr Menschen ein, die sich nur schwer mit ihr profilieren können. (NZZ)
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