Montag, 3. Juni 2019

03.06.2019 - Kühnert

Das Juso-Kühnert-Abitur
Alles über Klima, Rudimentäres über Karl Marx, aber nichts über wirtschaftliche Zusammenhänge, geschweige denn über Ludwig Erhard, Alfred Müller-Armack, Walter Eucken oder die katholische Soziallehre: Juso Kevin Kühnert wird seine Freude daran haben.
Die 1970er und 1980er Jahre standen vor allem in Hessen und in Nordrhein-Westfalen ganz im Zeichen sozialistischer, marxistischer Pädagogik. In den NRW-Richtlinien des Jahres 1973 wurden etwa als Ziele des Politikunterrichts definiert: „Fähigkeit zur Analyse von politischen und gesellschaftlichen Institutionen, ihrer Macht und der von ihnen ausgehenden Zwänge“; „Fähigkeit zu demokratisch legitimiertem Widerstand gegen nicht akzeptierbare Unterordnung und gesellschaftliche Abhängigkeit“; „Bereitschaft, nicht akzeptierbare Gehorsamsforderungen abzulehnen“; „Fähigkeit, auch unter dem Druck von Sanktionen Entscheidungen zu realisieren“; „Bereitschaft, gegebenenfalls Unsicherheit und Nachteile hinzunehmen, die mit der Nichteinhaltung alter oder mit der Erprobung neuer Regeln verbunden sein können.“
Vergangenheit? Nein! Das mittlerweile nicht mehr SPD- oder rot-grün, sondern schwarz-gelb regierte NRW knüpft offenbar an 1973 an. Bert Losse, Wirtschafts-Woche-Redakteur und Volkswirt, hat dies soeben für die NRW-Abituranforderungen im Fach Sozialwissenschaften/Wirtschaft nachgewiesen. Losses Sohn ist in Köln Abiturient des Jahres 2019; da lag es nahe, dass der Papa mal einen Blick in die Prüfungsvorbereitungen wirft. Losse hat dies getan, und er war entsetzt; sein Entsetzen hat er in einem Brief an NRW-Schulministern Yvonne Gebauer (F.D.P.) festgehalten.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

31.12.2019 - Silvester

Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern Von Hans Christian Andersen Es war ganz grausam kalt; es schneite und es begann d...