Erhard Eppler tot
Die Sozialdemokraten in Deutschland haben es schon schwer - Erhard Eppler ist tot - ihren Vorzeige-Poltiker zu ehren, ohne dreist und schlecht und dumm zu lügen.
"Vordenker"? Er hat kluge Bücher und Artikel in der ZEIT sowie der SÜDDEUTSCHEN geschrieben, die seine Genossen in der Partei und Kollegen in Gewerkschaften kaum gelesen haben oder ganz selten diskutiert haben.
Epplers Vater in Dritten Reich Direktor eines Gymnasiums. Natürlich Nazi. Wie sein Vater war auch Erhard Eppler Mitglied der NSDAP - mit 16 Jahren wurde er 1943 Nazi.
Sozi-Genosse wurde er mit 30 Jahren - und in Heilbronn kandidierte mit 46 Jahren für den Bundestag.
Die Stadt Heilbronn und seine Sozi-Partei lagen ihm nicht. Das war nicht seine geistige Kragengröße. Zu viele Menschen, die nach Geld gierten (Pfeffersäcke), kein Geschmack hatten - im Geist, Denken, in Literatur und Architekt. Nach vier Jahren kehrte Heilbronn den Rücken. Freunde hinterließ er nicht, weder in seiner Partei noch in der Stadt.
Ohnehin ... sein Verhältnis zu den Sozialdemokraten war immer von Spannungen geprägt. „In meiner Zeit als aktiver Politiker habe ich mich fast jede Woche über die Partei geärgert“, sagte Eppler, den sein Fraktionschef im Bundestag, Herbert Wehner, einst als „Pietcong“ verspottet hatte.
Als Eppler die Ländles-Sozis in Stuttgart führte - als SPD-Landesvorsitzender und -Landtagfraktionsvorsitzender - wurde das Helmut-Schmidt-Wort über den „Genossen Erhard“ offenbar und wahr: Eppler konnte keine Wahlen für Sozis gewinnen.
Seinen Sozi-Genossen im Landtag sprachen und lachten lieber mit Lothar Späth, den zunächst CDU-Fraktionsvorsitzender und dann CDU-Ministerpräsident - als mit Eppler, der zum Lachen in den Keller ging... sagten die Genossen. Als die Grünen 1980 in den Stuttgarter Landtag einzogen, zog Eppler sich ein Jahr später zurück.
Seine geistigen Koalitionen fand Eppler nicht in Gewerkschaften und in seiner Sozi-Partei, sondern bei der Evengelischen Kirche - eine Minderheit in den Sozis. Eppler wäre so gern Professor geworden. Aber niemand in Deutschland hatte den Ruf für ihn ausgesprochen.
Eppler empfand sich als politischer Prophet für Politik und Kirche ... seine Bücher und Artikel lesen sich so. Aber seine Tragik war - andere Zeitgenossen, klügere als er, hatten Gedanken über Welt, Politik und Ethik eleganter, klüger und verständlicher zu Papier gebracht ... und gekonnt veröffentlicht.
Was jetzt in Heilbronn an öffentlicher Trauer über Eppler geäußert wird, das sind billige und verlogene und schnell verdorbene Worte … wie oft in der Politik ...
Das ist sehr traurig. Das hat Erhard Eppler wahrlich nicht verdient.
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