Mittwoch, 19. Juni 2019

19.06.2019 - Hass

Deutsche Hysterie
...Ausgeschlossen ist es aber nicht, dass der Neonazi am Ende doch nicht als Mörder verurteilt wird, so scheusslich vieles an seinem bisherigen Lebensweg auch sein mag. Ermittlungen sind keine Urteile.
Im Falle eines wider Erwarten falschen Verdachts würden alle Warner und Mahner, die schon heute genau wissen, was in jener Nacht in Wolfhagen geschehen ist, zwar insofern recht behalten, als der Rechtsextremismus in Deutschland tatsächlich eine Gefahr ist, die zu oft ausgeblendet und unterschätzt wird. Sie hätten allerdings dem Kampf dagegen einen Bärendienst erwiesen. Das «Lügenpresse»-Geschrei wäre lauter denn je.
Für den Moment ist Zurückhaltung geboten, so schwer das manchem Volksvertreter und Leitartikler auch fallen mag. Das gilt für direkte und indirekte Schuldzuweisungen, und es gilt für die vielen Wortmeldungen, in denen gefordert wird, den «Hass» jetzt aber richtig und ein für alle Mal aus den sozialen Netzwerken zu verbannen. Letzteres wäre auch dann falsch, wenn sich der Verdacht gegen Stephan E. bestätigen sollte. ... (NZZ)

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