Den Bau genießen
Das Berliner Schloss hat die ideologisch am stärksten aufgeladene Lücke im Stadtbild gefüllt. Begleitet vom anhaltenden Streit der Befürworter und Gegner der Rekonstruktion ist die ehemalige Preußenresidenz wiederauferstanden – als Kompromiss. Drei Fassaden barock, eine Fassade modern. Die alte Kuppel ist wieder da, eine neue Passage kam dazu. Ob obendrauf wieder ein Kreuz gestellt wird, darüber wird noch gestritten. Der muffige Wilhelminismus, mit dem das Schloss auch verbunden war, soll in seine Attrappe jedenfalls nicht mehr einziehen. Stattdessen kommt das Humboldt-Forum mit den außereuropäischen Sammlungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, einem Labor der Humboldt-Universität und einer Berlin-Ausstellung.
Dass mit diesem Lückenschluss auf absehbare Zeit noch Leere am Schlossplatz bleibt, ist eine gute Nachricht. Nun kann sich die Architektur präsentieren, ohne dass irgendwelche Elefantenzähne, Südseeboote und sonstige Kolonialwaren ablenken. Das Haus wird sich noch einmal all jenen Fragen stellen müssen, die seine Ideengebung, seine Planung, seine Finanzierung begleitet haben. Und dann kann diese Debatte aber auch endlich beendet werden. (WELT)
Montag, 10. Juni 2019
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