Ullrich Fichtner bekommt keinen Chefposten
„Spiegel“ zieht Konsequenzen aus
Relotius-Skandal
Der Skandal um gefälschte Reportagen des früheren
„Spiegel“-Redakteurs Claas Relotius hat personelle Konsequenzen: Ullrich
Fichtner wird nicht wie geplant in die Chefredaktion einziehen, wie das Magazin
am Mittwoch in Hamburg mitteilte.
Außerdem: Matthias Geyer wird nicht die vorgesehene
neue Leitungsfunktion als Blattmacher antreten und außerdem die Leitung des
Ressorts Gesellschaft auf eigenen Wunsch abgeben. Die Entscheidungen seien im
Einvernehmen mit der Chefredaktion gefallen. Die beiden Redakteure übernehmen
andere Aufgaben beim „Spiegel“.
Fichtner war Förderer
von Fälscher Relotius
Relotius hatte überwiegend für das Gesellschaftsressort geschrieben. Fichtner
stand von 2013 bis 2014 an der Spitze des Ressorts und galt als Förderer von
Relotius. Ihre neuen Ämter sollten Fichtner und Geyer eigentlich zum Start der
neuen Redaktionsstruktur im Januar antreten. Der Vorsitzende der Chefredaktion,
Steffen Klusmann, hatte Ende Dezember jedoch angekündigt, dass bis zum
Abschluss interner Untersuchungen die neuen Verträge auf Eis liegen.
„Die Untersuchung der Kommission, die sich mit der Aufarbeitung des Falls Relotius beschäftigt, hat ergeben, dass Ullrich Fichtner und Matthias Geyer keine persönliche Schuld an den Betrugsfällen trifft“, erklärte Klusmann nun. „Gleichwohl übernehmen sie Verantwortung, um den hohen Maßstäben gerecht zu werden, die wir auch an andere anlegen.“ Jegliche Zweifel an der Integrität des „Spiegels“ müssten ausgeräumt werden.
Fichtner wird den Angaben zufolge „Reporter mit besonderen Aufgaben“, er soll direkt an die Chefredaktion angebunden sein. In dieser Funktion soll er Titelgeschichten konzipieren und verfassen und „große Projekte vorantreiben“. Geyer arbeitet künftig als Redakteur für besondere Aufgaben, er ist ebenfalls direkt der Chefredaktion unterstellt. Im Auftrag von Blattmachern und Chefredaktion soll er sich insbesondere um die Textqualität kümmern.
Über die Neubesetzung der vakanten Positionen werde in den kommenden Wochen entschieden, kündigte der „Spiegel“ an. Das Gesellschaftsressort werde bis auf weiteres von der stellvertretenden Leiterin Özlem Gezer geführt.
„Die Untersuchung der Kommission, die sich mit der Aufarbeitung des Falls Relotius beschäftigt, hat ergeben, dass Ullrich Fichtner und Matthias Geyer keine persönliche Schuld an den Betrugsfällen trifft“, erklärte Klusmann nun. „Gleichwohl übernehmen sie Verantwortung, um den hohen Maßstäben gerecht zu werden, die wir auch an andere anlegen.“ Jegliche Zweifel an der Integrität des „Spiegels“ müssten ausgeräumt werden.
Fichtner wird den Angaben zufolge „Reporter mit besonderen Aufgaben“, er soll direkt an die Chefredaktion angebunden sein. In dieser Funktion soll er Titelgeschichten konzipieren und verfassen und „große Projekte vorantreiben“. Geyer arbeitet künftig als Redakteur für besondere Aufgaben, er ist ebenfalls direkt der Chefredaktion unterstellt. Im Auftrag von Blattmachern und Chefredaktion soll er sich insbesondere um die Textqualität kümmern.
Über die Neubesetzung der vakanten Positionen werde in den kommenden Wochen entschieden, kündigte der „Spiegel“ an. Das Gesellschaftsressort werde bis auf weiteres von der stellvertretenden Leiterin Özlem Gezer geführt.
Der Relotius-Skandal
Relotius hatte im Dezember massive Fälschungen
zugegeben und das Haus verlassen. Der mehrfach mit Preisen ausgezeichnete
Journalist bestätigte anschließend über seinen Anwalt öffentlich, dass er „über
mehrere Jahre hinweg vielfach Fakten falsch dargestellt, verfälscht und
hinzuerfunden hat“.
Mindestens 15 von 28 Artikeln, die der „Spiegel nach Bekanntwerden der
Fälschungen selbst überprüft hatte, waren massiv gefälscht oder manipuliert.
Viele der Fälschungen und Fehler seien demnach „leicht erkennbar“ gewesen.
Auch andere Redaktionen, für die Relotius als freier Journalist gearbeitet
hatte, haben inzwischen manipulierte Texte entdeckt. (BILD)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen