Protestantischer
Antisemitismus über mehr als 400 Jahren lang ... in Heilbronn
Johann
Wolfgang von Goethe in Heilbronn - das
hat er damals in Heilbronn erlebt und gefunden ... am 27. und 28. August 1797 - vor 221
Jahren... Goethes Notizen
am 28. August 1797 über Heilbronn ...
"Die
Menschen sind durchaus höflich und zeigen in ihrem Betragen eine gute natürlich
stille bürgerliche Denkart. Es werden keine Juden hier gelitten." ...
"Vor
dem Thor steht ein großes Gebäude, das ehemals ein Waisenhaus war; die Waisen
sind aber gegenwärtig nach den bekannten Beyspielen auf Dörfer
vertheilt."...
"Die
Obrigkeit besteht aus lauter Protestanten und Studirten. Sie scheint sehr gut
zu haushalten, denn sie hat die bisherigen Kriegslasten ohne Aufborgung oder
neue Auflagen bestritten."
Antisemitismus,
schon vor der Reformation in Heilbronn … und danach viel heftiger.
In
anderen Städten und Dörfern durften Juden wohnen … in Heilbronn nicht.
Der
„Papst“ der Evangelen, Martin Luther, hasste die Juden und wollte sie alle
verbrennen lassen – wie Hexen … die Juden aber mit Kinder, Erwachsenen und
Alten in ihren Synagogen – alle Türen versperren und verbrennen.
Bis
1830 durften in Heilbronn keine Juden wohnen …
Als
wir, meine Eltern mit ihren zwei Kindern, 1960 nach Heilbronn zogen, das
besuchte die neuen Mieter Ueckert eine Nachbarin, eine Frau Merkle … eine alte Heilbronnerin …und die
fragte meine Mutter, ob wir katholisch oder evangelisch sind.
Meine
Eltern waren wohl evangelisch getauft und konfirmiert – auch evangelisch in
Berlin getraut … Meine
Eltern gingen aber nie in die Kirche – nur ich ging seit meinem fünften
Lebensjahr sonntäglich in den Gottesdienst – wegen
der Nachbarin Berta Franz, eine 65-jährige Kriegerwitwe in Grimmen/Vorpommern,
meiner Heimat – die Frau hetzte auch gegen Juden und Katholiken – als sie
fragte danach, naiv wie ich war, ich habe gehört, es gibt noch andere
interessante Religionen … wie Juden und Katholiken … nicht nur solche wie
die Evangelischen.
Eine
Freundin von mir, auch so alt wie ich, ist katholisch … und die hatte mir
wunderliche und sehr schöne Dinge von ihrer Kirche erzählt.
Danach
durfte ich nur noch in den Evangelen-Kindergottesdienst – Befehl meiner Mutter.
Wenn ich das unbedingt wolle – dann Kindergottesdienst …
Weil
die Witwe Franz gesagt hat, die Katholen hätten einen Papst, und der sei ein
Teufel …. und die Juden gäbe es hier in Vorpommern nicht mehr, weil ...
Diese
Hetze wollte mein Mutter nicht dulden.
Ich war nicht fromm – ich liebte die Kirchen wie das
Theater – wie später die Stücke in richtigen Stadt- oder Staatstheatern, etc. …
nach Aristotoles – siehe: „Die philosophischen
Gedanken von Aristoteles haben sich fundamental mit dem Menschen beschäftigt.
… Aristoteles Menschenbild baut darauf auf, dass der Mensch handelt, um
glücklich zu werden. Das Menschenbild stellt das Streben nach Glück in den
Mittelpunkt.“
Damals
– in Heilbronn im Jahr 1960, da antwortete meine Mutter, ob wir nun evangelisch
oder katholisch seien, der Frau Merkle schüchtern: „Evangelisch.“
„Das
ist gut“, antwortete unsere neue Nachbarin Frau Merkle, ganz von oben herab,
„in Heilbronn ist man evangelisch. Katholiken sind noch verlogener als die
Juden.“
Ich
staunte sehr … denn ich ging gelegentlich auch in die katholische Kirche …
und
später lernte ich Schulkameraden, die Juden waren, und die waren sehr nett,
freundlich und nicht verlogen.
Wenn
überhaupt, haben sie so schülerhaft gelogen wie ich … aber nicht verlogen.
Die Protestanten in Heilbronn - vom OB und bis hin zum Prälat - haben kein bewusstes Verhältnis zu ihrem hunderte Jahren alten, protestantischen Antisemitismus … das merkte ich immer an ihren hysterischen Worten, wenn es um Antisemitismus geht … Dann meldet sich in ihnen der antisemitische Luther-Teufel … und tobt im Wahn …
Über
500 Jahre Antisemitismus-Tradition im protestantischen Heilbronn wirkt…oder wie
Friedrich Nietzsche gesagt hat: Antisemitismus ich eine Geisteskrankheit.
… und der muss es wissen – als ein Sohn eines evangelischen Pfarrers.
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