Der heilige Sebastian
Der Speisesaal im Kloster ist einfach und schmucklos. Jeder Gast bekommt seinen Platz zugewiesen, was im ersten Moment befremdlich wirkt, aber Sinn ergibt. Unweigerlich kommt man ins Gespräch mit seinen schicksalhaften Tischnachbarn und erlebt dabei manche Überraschung. Schwester Klaudia neben uns trägt zwar ihre dunkle Ordenskluft, ist aber keine graue Maus, sondern ganz pfiffig am Start. Da sie schon ein paar Tage hier ist, hat sie einen wertvollen Erfahrungsvorsprung. Den Apfel-Rote-Bete-Saft zum Vortisch legt sie uns wärmstens ans Herz, aber Vorsicht, wenn der Smoothie aus Traube und Kohlrabi umgeht. „Da muss man sich die Nase zuhalten beim Trinken“, warnt sie mit einem Augenzwinkern. Wie erwartet, fällt die Speisekarte sehr gesund aus. „Wenig vom Tier“, war Kneipps kulinarische Devise, und so ist jeder Vegetarier hier gut aufgehoben. ... (FAZ)
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