Luxemburg: Freiheit nur für Sozialisten
Rosa Luxemburg war im heutigen Sprachjargon eine Linksradikale. Sie trat für die Diktatur des Proletariats ein, die in ihrem Verständnis die adäquate Form der sozialistischen Demokratie darstellte. Die linke Revolutionärin war aber im Gegensatz zu anderen wichtigen linksradikalen Theoretikern wie Lenin so vielschichtig, dass mit ihrem Namen auch immer wieder linke Dogmatik bekämpft wurde. Das liegt insbesondere an ihrem berühmten, zu Tode zitierten Satz: „Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden" aus ihrer unvollendeten Schrift „Die Russische Revolution" aus dem Herbst 1918, als sie die Regierungspraxis der Bolschewisten in Russland kritisierte.
Der Satz war ein zentraler Schlachtruf der DDR-Opposition im Wendeherbst 1989 und wird inzwischen gerne auch von liberalen Zeitgenossen zitiert, um Toleranz und Pluralismus zu demonstrieren. Ein fatales Missverständnis!
Denn mit ihren berühmter Parole sprach sie keineswegs einer liberalen Demokratie das Wort, in der sich unterschiedliche Weltauffassungen in einem Wettbewerb befinden und die Wähler mehrheitlich über den Regierungsrichtung entscheiden können.
Nein, ihr Satz bezog nicht die Bürgerlichen oder andere Gegner des Sozialismus mit ein, diese „Andersdenkenden" waren als Konterrevolutionäre klar zu bekämpfen und zu besiegen, die politische Freiheit bezog sich nur auf Andersdenkende innerhalb des eigenen revolutionären, sozialistischen Lager.
Der Freiheitssatz wurde in einem revolutionären Zusammenhang und mit unmissverständlicher Zielsetzung formuliert, nämlich mit dem Ziel einer sozialistischen Revolution, einer „Diktatur des Proletariats".
Der Satz richtete sich konkret kritisch an die bolschewistische Regierungsweise in Russland - die Machtübernahme der Bolschwisten unter Führung von Lenin begrüßte sie prinzipiell und deren revolutionäre Tatkraft feierte sie.
Sie kritisierte die Bolschewiki für ihre mangelhafte demokratische Praxis. Die Menschen sollten ihrer Meinung nach auf ihrem Weg in die sozialistische Gesellschaft erzogen werden, aber eben auch ihre eigenen Erfahrungen machen. Freiheit in einer „sozialistischen Demokratie" waren für sie notwendige und wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche revolutionäre Entwicklung.
Die Freiheit war für sie immer nur die Freiheit der Sozialisten. (Focus)
Samstag, 12. Januar 2019
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